tagesschau24

Panorama 3

Info, Infomagazin • 18.03.2026 • 23:35 - 00:05

Lea Struckmeier - Moderatorin von "Panorama3"
Vergrößern

Aimen Abdulaziz-Said - Moderator von "Panorama3"
Vergrößern

Lea Struckmeier und Aimen Abdulaziz-Said - Die neuen Gesicher von "Panorama3"
Lea Struckmeier und Aimen Abdulaziz-Said moderieren das Politikmagazin „Panorama 3“ im NDR Fernsehen im Wechsel. „Panorama 3“ ist dienstags, 21.15 Uhr, im NDR Fernsehen zu sehen.
Vergrößern

Logo Panorama 3
Vergrößern
Originaltitel
Panorama 3
Produktionsland
D
Produktionsdatum
2026
Info, Infomagazin
* Krise in der Autoindustrie: Überlebenskampf der Zulieferer Anfang März erst kündigte VW an, 50.000 Stellen zu streichen - die deutsche Autoindustrie kommt nicht aus der Krise. Die Aufmerksamkeit liegt dabei meist auf den großen Autoherstellern. Dabei spielt sich die eigentliche Krise in deren Schatten ab: bei den Zulieferern. Viele Betriebe gingen in den letzten Jahren pleite, Hunderte stehen unter massivem Druck. Sie leiden unter teurer Energie, hohen Lohnkosten - und dem Umbau zur E-Mobilität. In der Halle herrscht Dämmerlicht und es ist ruhig. Riesige Maschinen stehen herum, als hätte gerade noch jemand daran gearbeitet. Doch seit rund einem Jahr steht hier in Harsum bei Hildesheim alles still. Früher wurden in dem Betrieb Teile für Turbolader bearbeitet, millionenfach. "Es ist einfach nur grausam, wenn ich hier durch die Hallen gehen muss und sehe, was hier passiert ist", sagt Firmenchef Vor rund vier Jahrzehnten habe er mit 30 Mitarbeitern angefangen und über die Jahre alles aufgebaut. In Spitzenzeiten, noch vor wenigen Jahren, habe seine Firmengruppe rund 1.600 Mitarbeiter in sieben Werken gehabt. Seit Mitte 2024 sind die meisten davon nach und nach in die Insolvenz gegangen. "Dann sind sie erst mal fassungslos und wie leer, das müssen sie erst mal verarbeiten", sagt Schlote. * Hohe Energiepreise belasten die Branche Das Ende habe begonnen, als mehrere Gießereien pleitegingen, die seinen Werken die Rohteile lieferten, erzählt Schlote. Dann habe ihm ein deutscher Autohersteller einen sehr großen Auftrag entzogen. Auch das habe mit der Insolvenz einer Gießerei zu tun, mit der Schlote vertraglich verbunden war. Schlote macht aber auch die politischen Rahmenbedingungen in Deutschland für die Entwicklung mitverantwortlich. Besonders die hohen Energiepreise seien ein Problem. "Aus meiner Sicht ist die Lage der Automobilzulieferindustrie in Deutschland hochkritisch." 120.000 Jobs weggefallen Nach Angaben des niedersächsischen Wirtschaftsministeriums sind allein in Niedersachsen 340.000 Menschen direkt oder indirekt in der Autoindustrie beschäftigt. Aus Sicht des Unternehmers Schlote sei das größte Problem, dass man in Deutschland über Jahrzehnte das Selbstverständnis gehabt habe, dass "wir die Auto-Nation der Welt sind". Die Dramatik der aktuellen Krise, die jetzt auch die Zulieferbetriebe der Autoindustrie überrolle, sei den meisten Menschen - und womöglich auch vielen Politikern - nicht bewusst. Schlotes Werke sind kein Einzelfall. Zwischen 2019 und 2025 sind in der Autoindustrie in Deutschland rund 120.000 Stellen weggefallen, davon zwei Drittel in der Zulieferindustrie. Die Bundesregierung versucht nun mit Subventionen zu helfen. Dazu zählten Entlastungen bei Stromsteuer, Netzkosten und unter anderem der Industriestrompreis für die Jahre 2026 bis 2028. Doch vom Industriestrompreis profitieren viele Zulieferer nicht, weil er nur für bestimmte Unternehmen gilt. "Es ist eine Übergangslösung, die sicherlich richtig und wichtig ist, aber es ist eben nicht dieser große Wurf", zeigt sich Simon Schütz, Pressesprecher des Verbands der Automobilindustrie (VDA), mäßig begeistert. Es bleibe die Frage: "Wie wird Energie wirklich dauerhaft günstiger?" Das hat man auch die Politik erkannt. Sebastian Roloff, der wirtschaftspolitische Sprecher der SPD-Fraktion im Bundestag, meint: "Wir brauchen eine langfristige Strategie, gerade mit Blick auf die Industrie und das produzierende Gewerbe, weil wir es nicht einfach laufen lassen können." Doch wann so eine Strategie kommt, bleibt offen. * Beim Ausbau der E-Mobilität verschätzt Und die Energiepreise sind nur eines von mehreren Problemen, die der Zulieferindustrie zu schaffen machen. Denn die Zahl verkaufter deutscher Autos ist insgesamt eingebrochen. Zwischen 2017 und 2024 ging der Absatz laut dem VDA um 28 Prozent zurück. Der Umbau zur E-Mobilität sorgt für Verunsicherung - aus Sicht vieler Zulieferer wurden dabei kurzfristig viel zu große Erwartungen geweckt: "Wir hatten politisch